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Geoblocking: Wieso gibt‘s das überhaupt?

Die meisten von uns kennen das: Du bist ein großer Serien- oder Filmfan und sobald eine neue Staffel oder ein neuer Teil herauskommt, schaut man bei dem heimischen Streaming-Dienst erst einmal in die Röhre… 

Lizenzgeber und Fernsehsender wollen nicht, dass der Wert ihrer Sendungen sinkt. Deshalb bauen sie Klauseln in ihre Verträge ein, die Streaming-Dienste dazu zwingen, Inhalte nach Regionen und Ländern zu sichern. Das bedeutet einen neuen Verkauf für jedes Land, in dem sie die Inhalte anbieten. 

Die kurze Antwort lautet also: Es geht ums Geld – also eigentlich wie immer.

Geoblocking lässt die Kassen der TV-Bosse klingeln

Aus diesem Grund nutzen Streaming-Dienste oder auch Spieleplattformen Geolokalisierungsdienste, um unterschiedliche Inhalte für verschiedene Standorte bereitzustellen. Anhand Deiner IP-Adresse weiß der Anbieter somit, wo Du Dich auf der Welt befindest, und kann so feststellen, welche Sendungen oder Inhalte er Dir zur Verfügung stellen möchte.

So beschneidet das Geoblocking bestimmte Inhalte eines Anbieters, wenn Gebiete z.B. nicht zum Zielmarkt gehören. Auf diese Weise haben sie die volle Kontrolle darüber, wer die Inhalte sieht und vor allem, wann man sie sieht.

In vielen Fällen lassen sie bei den beliebtesten Serien bestimmte Länder einfach länger warten, um bei den Zuschauern Vorfreude zu wecken, nachdem eine neue Sendung in den sozialen Medien viral gegangen ist oder in der Presse gute Kritiken erhalten hat.  

Oft sind die besten Inhalte lediglich in den USA, in Kanada und im Vereinigten Königreich verfügbar, selbst wenn es sich um denselben Streaming-Dienst handelt. Das kann einen schon mächtig auf die Nerven gehen, zumal der Trend mehr und mehr in Richtung „America First“ geht, um einen orange-farbenen Staatsmann zu zitieren.

Da viel Geld auf dem Spiel steht, wollen die großen TV-Bosse natürlich nicht, dass Du deren System überlistest. Viele Streaming-Server versuchen, clevere Internetnutzer daran zu hindern, ihre Geo-Sperren zu umgehen. Dazu setzen sie beispielsweise VPN-Dienste, die Dir beim Austricksen helfen können, auf schwarze Listen. 

Dieses „Blacklisting“ ist ein Kontrollmechanismus, der verhindert, dass Nutzer auf einen Dienst zugreifen können, wenn sie eine bestimmte Software installiert haben. Mithilfe von Industriestandardtechnologien zur Aufnahme beliebter VPN in die schwarze Liste stellen Streaming-Plattformen sicher, dass die Nutzer das System nicht durch die Verwendung virtueller Standorte hinters Licht führen. Nun allerdings das große „ABER“: Sie können nicht alle VPN stoppen!

Virtuelle Grenzen überall

Nicht nur Streaming-Dienste bedienen sich der Taktik, die digitale Welt mit Grenzen zu versehen, so dass viele andere Webseiten das gleiche Schicksal erleiden. Geoblocking kann ebenso dazu verwendet werden, den Zugang zu Internetinhalten auf der Grundlage des Standorts einzuschränken, womit selbst Nachrichten nicht ohne Weiteres überall verfügbar sind. Bestes Beispiel hierfür sind Portale, die sich nicht der europäischen DSGVO unterwerfen wollen, und kurzerhand alle EU-Länder einfach ausschließen. 

Das bedeutet auch, dass Deine Lieblings-Online-Games, Glücksspielwebseiten oder einfach nur Inhalte, die den Behörden Deines Landes nicht gefallen, für Dich blockiert werden können und dass Deine Version des Internets von oben herab beschnitten wird.

Den meisten von uns ist nicht bewusst, dass jedes Mal, wenn wir uns ohne VPN einloggen, unser Internetanbieter und die Behörden unseres Landes entscheiden, was wir online zu sehen bekommen und was nicht, denn das geschieht meist, ohne dass wir es merken. Ein etwas beklemmendes Gefühl, oder? 

Es kann zum Beispiel sein, dass die Behörden eines Landes eine bestimmte Social-Media-Webseite nicht mögen und den Zugang zu ihr verwehren, so dass man lediglich die Plattformen besuchen kann, welche sie kontrollieren können. In einigen Ländern bleibt selbst der Internetgigant Google davon nicht verschont, der dort einmal nicht seine Suchmaschine anbieten kann.

Solltest Du Dich in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz befinden, wirst Du in der Regel von solch inländischer Zensur verschont, doch die aus kommerziellen Gründen erbauten Grenzen bleiben dennoch erhalten. Wenn Du Deine IP-Adresse nicht mit einem VPN verbirgst, ist Dein Standort letztlich eine verfügbare Information, die von jedem Unternehmen missbraucht werden kann, das daraus einen Vorteil ziehen möchte. Das hat selbst das Bundesamt für Internetsicherheit (kurz BSI) mitbekommen und spricht sich für die Verwendung von VPN-Diensten aus

Selbst die EU hat bereits versucht, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben, indem sie 2018 das Geoblocking-Verbot auf den Weg gebracht hatte. Damit kannst Du immerhin sicher sein, dass Du einen digitalen Bezahldienst innerhalb der europäischen Union grenzübergreifend verwenden kannst. Während das bei z.B. Sky Go oder DAZN gut funktioniert, kannst Du das bei kostenlosen Diensten wie der ARD Mediathek vergessen. Damit fällt die Sportschau beim Business-Trip nach Finnland leider flach.

Dein Ausweg

Eigentlich ist es ganz einfach. Verwende ein VPN, um virtuell genau da zu sein, wo Du für den entsprechenden Service sein musst. Wenn Du einen VPN-Dienst nutzt, kannst Du einen der vielen Server auswählen, die auf der ganzen Welt verteilt sind. Falls es also mal wieder heißt: „Dieser Inhalt in Ihrem Land nicht verfügbar ist“, ist Dein nächster Standort nur einen Klick von Dir entfernt. 

Was ist also die Moral dieser Geschichte? Ein VPN schützt nicht nur Deine Privatsphäre, sondern wird Dir auch dabei helfen, die Grenzen des Internets zu sprengen. Damit hast Du Zugang zu einem Internet in seiner reinsten Form!


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